Der Weg des Wassers zu Ihrem Hahn

Deutsches Leitungswasser gilt als eines der am besten kontrollierten der Welt. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV), zuletzt umfassend novelliert im Juni 2023, setzt strenge Grenzwerte für über 50 Parameter. Unsere Wasserwerke leisten hervorragende Arbeit. Soweit die gute Nachricht. Die weniger bekannte Seite: Die Kontrolle der Wasserwerke endet am Hausanschluss. Was auf dem Weg durch Ihre Hausleitungen passiert, liegt außerhalb der Zuständigkeit der Versorger – und in der Verantwortung der Hauseigentümer. Und es gibt Stoffe, die auch die modernsten Wasserwerke nicht vollständig entfernen können.

Was kann im Leitungswasser enthalten sein?

Nitrat: In landwirtschaftlich genutzten Gebieten gelangt Nitrat durch Düngung ins Grundwasser. Der Grenzwert liegt bei 50 mg/l und ist seit der letzten Novelle unverändert. Besonders in ländlichen Regionen mit intensiver Landwirtschaft werden regelmäßig erhöhte Werte gemessen. Im Körper kann Nitrat zu Nitrit und potenziell zu krebserregenden Nitrosaminen umgewandelt werden – ein Risiko, das besonders für Säuglinge und Schwangere relevant ist.

PFAS – die „Ewigkeitschemikalien": Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen sind erst seit der TrinkwV-Novelle 2023 überhaupt reguliert. Ab Januar 2026 gilt ein Summengrenzwert von 0,1 µg/l für 20 trinkwasserrelevante PFAS-Substanzen. Ab 2028 werden die Werte für vier besonders kritische Verbindungen (PFOA, PFOS, PFHxS, PFNA) auf 0,02 µg/l verschärft. PFAS sind extrem langlebig – sie bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab und reichern sich im menschlichen Körper an.

Schwermetalle: Blei, Kupfer und Nickel können sich aus älteren Rohrleitungen und Armaturen lösen – besonders wenn Wasser länger in den Leitungen steht, etwa über Nacht oder während des Urlaubs. Die TrinkwV schreibt vor, dass alle Bleileitungen bis Januar 2026 ausgetauscht oder stillgelegt werden müssen. Der Grenzwert für Blei wird 2028 von 10 µg/l auf 5 µg/l gesenkt. Trotzdem sind in vielen Altbauten noch Bleirohre verbaut.

Medikamentenrückstände: Antibiotika, Hormone, Schmerzmittel, Blutdrucksenker – Spuren davon gelangen über das Abwasser in den Wasserkreislauf. Kläranlagen können diese Substanzen nicht vollständig eliminieren. Für die meisten Medikamentenrückstände gibt es bisher keine Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung.

Mikroplastik: In einer Untersuchung fanden sich in 72 % der deutschen Leitungswasserproben Plastikpartikel. Eine Studie der TU Berlin wies Mikroplastik in fast allen untersuchten Proben von Berliner Leitungswasser nach, mit Konzentrationen zwischen 0,3 und 9,2 Partikeln pro Liter. Aktuell gibt es in der deutschen Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert für Mikroplastik. Besonders besorgniserregend: Studien aus dem Jahr 2024 zeigen, dass Mikroplastikpartikel kleiner als 0,2 Mikrometer die Blut-Hirn-Schranke überwinden können. In einer weiteren Studie wurde Mikroplastik in allen untersuchten Plazentaproben gefunden.

Chlor und Desinfektionsnebenprodukte: In manchen Regionen wird Chlor zur Desinfektion eingesetzt. Dabei können sogenannte Trihalogenmethane (THM) entstehen – Verbindungen, die als potenziell krebserregend gelten. Chlor beeinflusst zudem den Geschmack und Geruch des Wassers – etwas, das viele Menschen als unangenehm empfinden, auch wenn die Mengen gesundheitlich unbedenklich sein mögen.

Kalk (Calcium- und Magnesiumverbindungen): Kalk im Wasser ist grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich – im Gegenteil, Calcium und Magnesium sind wichtige Mineralien. Aber sehr hartes Wasser kann den Geschmack beeinflussen, Geräte verkalken und die Hautpflege erschweren. Die Wasserhärte variiert in Deutschland stark je nach Region und Grundwasserquelle.

Die Herkunft macht den Unterschied

Nicht überall in Deutschland ist das Wasser gleich. In Regionen, in denen das Rohwasser aus tiefen Grundwasserschichten gewonnen wird, ist die Belastung in der Regel geringer als dort, wo Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen aufbereitet wird. Landwirtschaftlich intensive Gebiete haben häufiger Probleme mit Nitrat und Pestiziden. Ballungsräume mit alter Bausubstanz kämpfen eher mit Schwermetallen aus veralteten Leitungen. Und in der Nähe von Industriestandorten oder Militärgeländen können PFAS-Belastungen besonders hoch sein.

Die Grenzwert-Frage

Grenzwerte sind ein wichtiges Instrument – aber sie haben Grenzen. Ein Grenzwert bedeutet nicht, dass ein Stoff unbedenklich ist. Er bedeutet, dass eine bestimmte Menge als tolerierbar gilt. Was bei einzelnen Stoffen im Rahmen liegt, kann in der Summe vieler Stoffe anders wirken. Denn Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Substanzen – der sogenannte Cocktaileffekt – werden in den Grenzwerten nicht berücksichtigt.

Hinzu kommt: Grenzwerte werden regelmäßig verschärft, wenn neue Erkenntnisse vorliegen. Was heute als sicher gilt, kann morgen anders bewertet werden. Die Absenkung des Arsen-Grenzwerts von 10 auf 4 µg/l (gültig ab 2036) oder die Einführung der PFAS-Grenzwerte zeigen, dass die Wissenschaft ständig dazulernt.

Das Thema Flaschenwasser

Manche Menschen greifen aus Sorge vor dem Leitungswasser zu Flaschenwasser. Aber auch hier gibt es Bedenken. Eine viel beachtete Studie der Columbia University aus dem Jahr 2024 fand in Flaschenwasser durchschnittlich rund 240.000 Nanoplastikpartikel pro Liter – deutlich mehr als im Leitungswasser. Diese stammen vor allem aus den PET-Flaschen selbst und sind so klein, dass sie in Zellen und Gewebe eindringen können. Hinzu kommt der ökologische Fußabdruck: Transport, Verpackung und Entsorgung machen Flaschenwasser zu einer der umweltbelastendsten Formen der Wasserversorgung.

Was Sie tun können

Ein guter Wasserfilter entfernt Schadstoffe dort, wo sie zuletzt hineinkommen – direkt bei Ihnen zu Hause. So schließen Sie die Lücke zwischen Wasserwerk und Wasserglas. Und Sie sind nicht davon abhängig, ob Ihre Hausleitungen auf dem neuesten Stand sind oder ob ein Vermieter seinen Pflichten zum Leitungsaustausch nachkommt.

Dabei ist es wichtig zu verstehen: Ein Wasserfilter ist kein Misstrauensvotum gegenüber den Wasserwerken. Es ist eine sinnvolle Ergänzung – der letzte Schritt auf dem Weg zu wirklich gutem Wasser. Denn die Wasserwerke sorgen dafür, dass Ihr Wasser sicher ist. Ein guter Filter sorgt dafür, dass es auch gut ist.

Wenn Sie wissen möchten, wie die MAUNAWAI PI-Technologie genau arbeitet und welche Stoffe sie gezielt entfernt, lesen Sie weiter im Bereich „Unsere Technologie".

Quellen:

  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 2023 – Novelle vom 24. Juni 2023
  • Umweltbundesamt: „Neue Trinkwasserverordnung sichert hohe Qualität"
  • TU Berlin (2020): Studie zu Mikroplastik in Berliner Leitungswasser
  • DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches): Informationen zu Medikamentenrückständen im Trinkwasser

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