PFAS im Trinkwasser: Was Sie wissen sollten
PFAS gelangen über Industrie und Löschmittel ins Grundwasser und bauen sich nicht ab. Erfahren Sie, was das für Ihr Trinkwasser bedeutet und was hilft.
- PFAS sind synthetische Chemikalien, die sich in der Umwelt praktisch nicht abbauen. Deshalb heissen sie auch Ewigkeitschemikalien.
- Sie gelangen über Industrieabwässer, Löschmittel und Alltagsprodukte ins Grundwasser und damit potenziell in Ihr Leitungswasser.
- In der Schweiz weisen rund 50 % aller Grundwasser-Messstellen PFAS-Spuren nach. In städtischen Gebieten liegt der Anteil bei über 90 %.
- Seit Januar 2026 gelten in der EU erstmals verbindliche Grenzwerte. Ab 2028 werden sie für die vier kritischsten Substanzen nochmals verschärft.
- Kochen entfernt PFAS nicht. Im Gegenteil: Weil das Wasser verdampft, steigt die Konzentration. Wirksam sind nur geeignete Filtersysteme.
Was PFAS sind und warum sie nicht verschwinden
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dahinter verbergen sich über 10.000 verschiedene chemische Verbindungen, die eines gemeinsam haben: eine extrem stabile Verbindung aus Kohlenstoff und Fluor. Genau diese Stabilität macht sie für die Industrie so nützlich und für die Umwelt so problematisch.
Seit den 1950er-Jahren werden PFAS in unzähligen Produkten eingesetzt. Antihaftbeschichtungen in Bratpfannen, wasser- und fettabweisende Textilien, Lebensmittelverpackungen, Kosmetik und Löschschäume sind nur einige Beispiele. Die Chemikalien erfüllen dort ihren Zweck hervorragend. Doch sobald sie in die Umwelt gelangen, bleiben sie dort. Sie bauen sich weder durch Sonnenlicht noch durch Bakterien noch durch natürliche chemische Prozesse ab. Die Bezeichnung Ewigkeitschemikalien ist deshalb nicht übertrieben.
Das Problem: PFAS reichern sich im Boden, im Grundwasser und letztlich auch im menschlichen Körper an. Studien zeigen, dass praktisch jeder Mensch in Europa messbare PFAS-Konzentrationen im Blut trägt.
Wie PFAS ins Trinkwasser gelangen
Der häufigste Weg führt über das Grundwasser. Auf Flughäfen und Militärgeländen wurden über Jahrzehnte PFAS-haltige Löschschäume eingesetzt. Diese Chemikalien sickerten in den Boden und erreichten das Grundwasser. In der Grenzregion bei Basel (Saint-Louis) hat ein solcher Fall dazu geführt, dass Schwangeren und Kleinkindern unter zwei Jahren vom Leitungswasser abgeraten wurde. 60.000 Menschen in elf Gemeinden waren betroffen.
Doch Löschschäume sind nur ein Teil des Problems. Industrieabwässer, Deponien und Kläranlagen tragen ebenfalls zur Belastung bei. Kläranlagen sind nicht darauf ausgelegt, PFAS zu entfernen. Was in den Abfluss gelangt, ob aus Textilwäsche, Kosmetik oder Reinigungsmitteln, fliesst letztlich in Flüsse und von dort teilweise zurück ins Grundwasser.
Die Zahlen für die Schweiz sind ernüchternd: Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Rahmen des NAQUA-Programms festgestellt, dass rund die Hälfte aller Grundwasser-Messstellen PFAS-Nachweise zeigt. In Siedlungsgebieten sind über 90 % der Messstellen betroffen. Auch in Deutschland und Österreich werden regelmässig PFAS im Grundwasser gefunden. Europaweit hat ein Forschungskonsortium über 23.000 kontaminierte Standorte identifiziert, davon rund 2.300 als Hochrisiko-Standorte.
Was PFAS im Körper anrichten können
Die gesundheitlichen Risiken sind mittlerweile gut dokumentiert. Besonders betroffen sind vier Bereiche.
Das Immunsystem reagiert empfindlich auf PFAS-Exposition. Studien zeigen, dass bestimmte PFAS die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, auf Infektionen und Impfungen zu reagieren. Besonders bei Kindern ist dieser Effekt messbar.
Die Schilddrüse wird ebenfalls beeinflusst. PFAS können den Hormonhaushalt verändern, indem sie den Abbau von Schilddrüsenhormonen beschleunigen. Neuere Untersuchungen sehen zudem eine Verbindung zu einem erhöhten Schilddrüsenkrebs-Risiko.
Die Leber ist das Organ, in dem sich langkettige PFAS bevorzugt anreichern. Nachgewiesene Effekte reichen von einer Verfettung der Leberzellen bis hin zu Zellschäden.
Darüber hinaus stehen PFAS im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Nieren- und Hodenkrebs. Die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hat PFOA als möglicherweise krebserregend eingestuft. Auch Auswirkungen auf den Stoffwechsel und die kindliche Entwicklung werden untersucht.
Neue Grenzwerte ab 2026 und 2028
Lange Zeit gab es keine verbindlichen Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser. Das ändert sich jetzt. Die EU-Trinkwasserrichtlinie von 2020 wird schrittweise in nationales Recht überführt.
In Deutschland gelten seit Januar 2026 erstmals verbindliche Grenzwerte: 0,1 Mikrogramm pro Liter für die Summe von 20 definierten PFAS-Substanzen. Ab Januar 2028 kommt ein noch strengerer Wert hinzu: 0,02 Mikrogramm pro Liter für die vier kritischsten Einzelsubstanzen PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA. Wasserversorger müssen regelmässig testen und bei Überschreitungen die Bevölkerung informieren.
Österreich hat die EU-Grenzwerte ebenfalls übernommen. Wasserversorger mit einer Liefermenge über zehn Kubikmetern pro Tag sind zur Kontrolle verpflichtet.
Die Schweiz hat die Übernahme der strengeren EU-Grenzwerte vorerst verschoben. Die aktuell geltenden Grenzwerte (0,3 Mikrogramm pro Liter für PFOS, 0,5 Mikrogramm pro Liter für PFOA) sind damit deutlich weniger streng als die neuen EU-Vorgaben. Der Bundesrat arbeitet an einem Aktionsplan gegen persistente Chemikalien, ein konkreter Zeitplan steht allerdings noch aus.
Warum Kochen nicht hilft
Eine Frage, die viele Menschen stellen: Kann ich PFAS durch Abkochen entfernen? Die Antwort ist klar: Nein. PFAS sind extrem hitzestabil. Genau diese Eigenschaft macht sie ja in Antihaftpfannen so nützlich. Beim Kochen verdampft das Wasser, die PFAS bleiben zurück. Die Konzentration im verbleibenden Wasser steigt dadurch sogar an.
Auch handelsübliche Ionentauscher-Kannenfilter, die vor allem Kalk und Chlor reduzieren, sind für PFAS nicht ausgelegt. Wer PFAS wirksam aus seinem Trinkwasser entfernen möchte, braucht ein Filtersystem, das dafür geprüft und zertifiziert ist.
Welche Filter PFAS entfernen können
Drei Filtertechnologien haben sich als wirksam gegen PFAS erwiesen. Jede arbeitet anders, und jede hat eigene Stärken und Grenzen.Aktivkohlefilter binden PFAS durch Adsorption an ihrer porösen Oberfläche. Voraussetzung ist, dass die Aktivkohle als gepresster Block eingesetzt wird, nicht als loses Granulat. Die Wirksamkeit variiert je nach PFAS-Typ: Langkettige Verbindungen werden besser zurückgehalten als kurzkettige. Regelmässige Kartuschenwechsel sind wichtig, da die Filterleistung mit der Zeit nachlässt.
Umkehrosmose-Systeme pressen Wasser durch eine extrem feine Membran und erreichen Entfernungsraten von über 94 %. Dafür benötigen sie Strom, erzeugen Abwasser und entfernen neben PFAS auch die natürlichen Mineralien aus dem Wasser.
Mehrstufige Filtersysteme mit Mineralkeramik und Aktivkohle kombinieren mehrere Filterprinzipien in einem Durchlauf. Das Wasser passiert verschiedene Schichten aus natürlichen Keramiken und Aktivkohle, wobei die lange Kontaktzeit eine gründliche Adsorption ermöglicht. Die Wirksamkeit hängt von der Zusammensetzung und Anzahl der Filterschichten ab. Gut konzipierte Systeme, deren PFAS-Leistung im Labor belegt ist, können mit den anderen Verfahren gleichziehen. Ihr Vorteil: Mineralien bleiben erhalten, und das System arbeitet ohne Strom und ohne Abwasser.
Entscheidend ist bei allen drei Technologien: Verlangen Sie einen Laborprüfbericht eines akkreditierten Instituts, der die PFAS-Filterleistung konkret belegt. Nicht jeder Filter, der Schadstoffe reduziert, ist automatisch gegen PFAS wirksam.
Unser Ansatz bei MAUNAWAI
Wir haben unsere Filtersysteme gezielt auf PFAS testen lassen. Das Ergebnis: In einem Prüfbericht des Potsdamer Wasser- und Umweltlabors (PWU, DAkkS-akkreditiert) wurden alle zehn getesteten PFAS-Substanzen nach der Filtration unter die Nachweisgrenze reduziert. Darunter die vier besonders kritischen Verbindungen PFOA, PFOS, PFHxS und PFNA, die ab 2028 den strengsten EU-Grenzwerten unterliegen. Die Reduktion lag bei über 99,99 %.
Der verschärfte Grenzwert von 0,02 Mikrogramm pro Liter, der ab 2028 gilt, wird dabei massiv unterschritten. Das vollständige Prüfergebnis veröffentlichen wir transparent unter Wissenschaft und Studien.
Unsere PI-Technologie arbeitet mit 21 natürlichen Mineralkeramiken in Kombination mit Aktivkohle. Schadstoffe werden gebunden, Mineralien bleiben erhalten. Ohne Strom, ohne Chemie, ohne Abwasser. Ob als Kini Filterkanne, als PiPrime Gravitationsfilter oder als Peka Hausfilter: Alle Systeme nutzen dieselbe Filtertechnologie.
Was Sie jetzt tun können
Informieren Sie sich über die Wasserqualität in Ihrer Region. Viele Wasserversorger veröffentlichen ihre Analyseergebnisse online. Wenn Sie wissen möchten, ob Ihr Leitungswasser PFAS enthält, kann ein professioneller Wassertest Klarheit schaffen.
Und unabhängig davon: Achten Sie bei der Wahl eines Wasserfilters darauf, dass der Hersteller die PFAS-Filterleistung mit einem Laborprüfbericht belegen kann. Nicht jeder Filter, der Schadstoffe reduziert, ist auch gegen PFAS wirksam.
Wir beraten Sie gerne persönlich. Kontaktieren Sie uns oder entdecken Sie alle MAUNAWAI-Systeme im Überblick.